Wichtige Begriffe in der Schadenregulierung

Unter Restwert versteht man den am Markt realisierbaren Wert des Fahrzeuges im beschädigten Zustand. Keinesfalls kann der Restwert einfach dadurch ermittelt werden, dass vom Wiederbeschaffungswert die Reparaturkosten abgezogen werden. Die Feststellung des Restwertes unterliegt anderen Einflussgrößen, wie beispielsweise Marktgängigkeit des Fahrzeuges, Reparaturmöglichkeit, Zerstörung (Art und Umfang der Beschädigung), Wert des Fahrzeuges vor dem Schaden, Markt für den Wert unbeschädigter Teile & Aggregate, Markt für das beschädigte Fahrzeug.

Die Höhe des Wiederbeschaffungswertes Ihres Fahrzeuges ist der Wert, der aufgebracht werden müsste, um ein Fahrzeug, welches mit Ihrem Fahrzeug vor dem Schadenfall vergleichbar ist, zu kaufen. Der Wiederbeschaffungswert Ihres Fahrzeuges wird u. a. von der aktuellen Marktlage bestimmt.

Von einem Totalschaden spricht man, wenn die ordnungsgemäße Wiederherstellung des beschädigten Fahrzeuges entweder nicht möglich oder unwirtschaftlich ist. Der Totalschaden liegt vor, wenn die voraussichtlichen Reparaturkosten zuzüglich der ggf. entstehenden Wertminderung den Wiederbeschaffungswert erreichen bzw. übersteigen.

Von einem wirtschaftlichen Totalschaden spricht man, wenn die für eine Reparatur notwendigen Aufwendungen die Differenz zwischen Wiederbeschaffungs- und Restwert übersteigen. In diesem Fall spricht man vom sog. wirtschaftlichen Totalschaden.

Die Besonderheit besteht darin, dass das Fahrzeug durchaus noch in einen fahrtüchtigen Zustand versetzt, d. h. repariert werden könnte, sich diese Reparatur aus wirtschaftlicher Perspektive betrachtet nicht mehr lohnt.

Der merkantile Minderwert, der manchmal auch als kaufmännischer Minderwert bezeichnet wird, beschreibt eine Wertminderung des Autos, die z.B. nach einer unfallbedingten Reparatur dadurch entsteht, dass es nicht möglich ist, das Fahrzeug in den Zustand vor dem Unfall zu versetzen. Hierbei spielt es keine Rolle, dass die tatsächlichen Schäden vollends beseitigt worden sind.

Letztlich resultiert der merkantile Minderwert daraus, dass das Fahrzeug nunmehr mit dem Makel des „Unfallwagens“ versehen ist, was eine nachhaltige Wertbeeinträchtigung auf dem Gebrauchtwagenmarkt darstellt.

Werden bei der Reparatur Ihres unfallgeschädigten Fahrzeuges Neuteile eingebaut oder Fahrzeugteile neu lackiert, erfährt Ihr Fahrzeug eine Wertsteigerung, deren Kosten die Versicherer nicht tragen. Bei Beschädigung des Fahrzeugs ersetzt der Versicherer die Kosten für die Wiederherstellung des Fahrzeugs bis zu Höhe des Wiederbeschaffungswerts. Von den Kosten der Ersatzteile und Lackierung wird ein dem Alter entsprechender Abzug gemacht (sog. NfA-Abzug, „Neu für Alt“).